„OLDTIMER IN ÖSTERREICH 2026“ - Einstellung zu historischen Fahrzeugen und sozioökonomische Bedeutung

von Christian Sch… 30/09/2026
Szenethema
„OLDTIMER IN ÖSTERREICH 2026“ - Einstellung zu historischen Fahrzeugen und sozioökonomische Bedeutung

Historische Fahrzeuge sind in Österreich nicht nur ein beliebtes Hobby, sondern zugleich gelebtes Kulturerbe und ein relevanter Wirtschaftsfaktor. Das zeigt die aktuelle Studie „Oldtimer in Österreich 2026“, die Einstellungen der Bevölkerung, Fahrzeugbestand und Nutzung sowie die wirtschaftliche Bedeutung der Szene untersucht. 91 Prozent der Befragten finden, dass Oldtimer Kulturgut sind und erhalten bleiben sollen; die heimische Oldtimerbranche erreicht laut Studie eine jährliche Wirtschaftsleistung von rund 787 Millionen Euro.

(c) E.A. KAHANE

Oldtimer finden breite Zustimmung

Die repräsentative österreichweite Befragung zeigt eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz: 93 Prozent finden Oldtimer sympathisch, 92 Prozent freuen sich, wenn ihnen ein historisches Fahrzeug begegnet. 86 Prozent möchten Oldtimer auch künftig auf Österreichs Straßen sehen. Die Zustimmung zum Erhalt als Kulturgut ist auch bei jungen Erwachsenen hoch: Unter den 18- bis 30-Jährigen sprechen sich 90 Prozent dafür aus.

Selten unterwegs und doch sichtbar

Historische Fahrzeuge werden überwiegend in der Freizeit und zu besonderen Anlässen bewegt. Die befragten Besitzerinnen und Besitzer nutzen ein historisches Auto im Schnitt rund zwölfmal pro Jahr. Auf Basis der zugelassenen Pkw über 30 Jahre und angenommener Fahrleistungen schätzt die Studie den Anteil historischer Pkw auf rund 0,8 Prozent der gesamten jährlichen Pkw-Kilometer in Österreich. Oldtimer sind damit im Straßenverkehr selten, bleiben aber als bewegliche Zeugnisse der Technik- und Mobilitätsgeschichte öffentlich erlebbar, sind aber aus Umweltsicht nicht relevant.

 

Wertschöpfung für Betriebe und Regionen

Die jährliche Wirtschaftsleistung der Oldtimerbranche wird mit rund 787 Millionen Euro beziffert (2022: 756 Millionen Euro). Erfasst werden laufende Ausgaben für Betrieb und Erhaltung, Ausgaben im Umfeld von Veranstaltungen sowie Umsätze des österreichischen Handels mit historischen Fahrzeugen. Reparatur, Restaurierung und Wartung sichern Aufträge für spezialisierte Handwerks- und Kleinbetriebe. Auch Veranstaltungen wirken in die Regionen: 84 Prozent der befragten Besitzerinnen und Besitzer haben im vergangenen Jahr mindestens eine Oldtimerveranstaltung besucht; 53 Prozent übernachteten dabei auswärts.

Eine engagierte Szene vor dem Generationenwechsel

Rund 115.000 Menschen in Österreich besitzen laut Studie mindestens ein historisches Fahrzeug. Im Zulassungsbestand zum 31. Dezember 2025 waren 191.739 historische Pkw, 239.464 Motorräder und 10.454 Lkw erfasst. Der geschätzte Bestandwert der historischen Pkw und Motorräder in privater Hand liegt bei rund 6,3 Milliarden Euro; Grundlage dafür sind Angaben der Fahrzeugbesitzer, deren individuelle Wertschätzungen mit Unsicherheit behaftet sein können. Die Szene ist stark organisiert: 67 Prozent der befragten Halterinnen und Halter sind Mitglied in einem Oldtimerclub. Zugleich stieg ihr Durchschnittsalter seit 2022 von 57,5 auf 61,9 Jahre. Nachwuchs zu gewinnen, wird damit zu einer wichtigen Zukunftsaufgabe.

Zur Studie

Die Studie wurde von Mag. Christian Schamburek, BA, beauftragt und erstellt; die Marktforschung verantwortete MMag. Robert Sobotka, MBA (Telemark-Marketing). Die Finanzierung erfolgte über die Verbände und Unterstützer aus der Wirtschaft. Die Ergebnisse beruhen auf vier Erhebungen: einer österreichweiten Online-Befragung der Bevölkerung (n=401, Juni 2026), einer Online-Befragung von Fahrzeugbesitzerinnen und -besitzern (Nettostichprobe n=2.247; Telefonbefragungen von 56 Clubs und 50 Unternehmen sowie ergänzenden Sekundärdaten und Expertengesprächen. Die wirtschaftlichen Größen sind Hochrechnungen auf Basis der Befragungsangaben und der verwendeten Sekundärquellen.

© Christian Schamburek, Oldtimer in Österreich 2026

Unterstützer der Studie