Oldtimer in Österreich: Österreich sagt JA zu Oldtimern

von Christian Sch… 31/08/2026
Szenethema
Oldtimer in Österreich: Österreich sagt JA zu Oldtimern

Oldtimer in Österreich: Die Sympathie bleibt – und die nächste Generation fährt mit Die ersten Ergebnisse aus der Studie „Oldtimer in Österreich“ liegen vor! Historische Fahrzeuge genießen in Österreich weiterhin außergewöhnlich hohe Sympathiewerte. Die Ergebnisse von 2026 bestätigen damit die positiven Einstellungen von Herrn und Frau Österreicher aus den Erhebungen 2017 und 2022. Besonders bemerkenswert: Auch bei jungen Erwachsenen wächst das Interesse an automobilen Klassikern. Es gibt Dinge, die verändern sich mit der Zeit. Und es gibt Dinge, die gerade durch den Lauf der Zeit ihre Bedeutung erhalten. Oldtimer gehören offensichtlich zur zweiten Kategorie. Eine österreichweite Repräsentativbefragung im April-Juli 2026 mit 401 Personen ab 18 Jahren zeichnet ein ausgesprochen positives Bild: Historische Fahrzeuge sind in der Bevölkerung fest verankert – als Kulturgut, als Ausdruck von Handwerk und Technik, vor allem aber als sympathische Zeitzeugen mit emotionaler Strahlkraft. 

Die Ergebnisse bestätigen damit eine Entwicklung, die sich bereits in den Untersuchungen von 2017 und 2022 abgezeichnet hat. Die hohe Akzeptanz ist kein kurzfristiger Trend, sondern bemerkenswert stabil. Fast alle finden Oldtimer etwas Besonderes 97 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Oldtimer etwas Besonderes sind beziehungsweise auffallen. Ein Wert, der deutlich macht, welche Wirkung ein historisches Fahrzeug im öffentlichen Raum entfalten kann. Noch wichtiger für die Zukunft der Oldtimerkultur: 91 Prozent wünschen sich, dass Oldtimer auch künftig auf Österreichs Straßen zu sehen sind. Ebenfalls 91 Prozent befürworten, Besitzerinnen und Besitzer dazu zu motivieren, ihre Fahrzeuge öffentlich zu präsentieren. Das ist mehr als bloße Toleranz. Es ist eine breite gesellschaftliche Zustimmung dazu, dass historische Fahrzeuge sichtbar bleiben sollen. Und auch emotional kommen die Klassiker bestens an: Rund 91 Prozent freuen sich, wenn ihnen ein Oldtimer begegnet. Insgesamt 93 Prozent empfinden Oldtimer grundsätzlich als sympathisch. Damit gehören historische Fahrzeuge zu jenen Kulturgütern, die Menschen nicht nur akzeptieren, sondern mit Freude wahrnehmen. 

Mehr als Blech und Technik Was macht diese Faszination aus?

Die spontanen Antworten der Befragten geben darauf eine bemerkenswert klare Antwort. Oldtimer stehen für vergangene Jahrzehnte, für bekannte automobile Ikonen wie VW Käfer, Porsche, Mercedes oder Ford Mustang. Sie werden mit Nostalgie und persönlichen Erinnerungen verbunden, mit Eleganz, Stil und Individualität. Ebenso häufig fallen Begriffe wie handwerkliche Qualität, Restaurierung, Pflege, Sammlerleidenschaft und automobile Kulturgeschichte. Der Oldtimer wird damit nicht in erster Linie als altes Verkehrsmittel gesehen. Er erzählt eine Geschichte. Das erklärt auch, warum die emotionale Verbindung so stark ist: Knapp 71 Prozent der Befragten geben an, dass Oldtimer sie an ihre Kindheit erinnern. Ein historisches Fahrzeug kann damit zum persönlichen Zeitzeugen werden – und gleichzeitig Erinnerungen über Generationen hinweg transportieren. 

Kulturgut mit breiter Zustimmung

Besonders stark ist die Anerkennung des kulturellen Wertes. Rund 91 Prozent sehen Oldtimer als Kulturgut, das erhalten werden sollte. Ebenfalls 91 Prozent erkennen ihren Beitrag zum Erhalt traditionellen Handwerks an. Gerade dieser Punkt ist für die Zukunft der Oldtimerbewegung von Bedeutung. Denn hinter einem historischen Fahrzeug stehen nicht nur Motor, Karosserie und Technik. Es geht auch um Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die über Jahrzehnte weitergegeben wurden: Restaurierung, Karosseriebau, Sattlerei, Lackierung, Motorentechnik und viele weitere Bereiche. Der Erhalt eines Oldtimers bedeutet deshalb immer auch den Erhalt eines Stücks praktischer Kulturgeschichte. 

Kritik bleibt eine Minderheitenposition

Natürlich blendet die Bevölkerung kritische Aspekte nicht völlig aus. Umweltbelastung, Wartungsaufwand und die Kosten des Hobbys werden durchaus wahrgenommen. Das Gesamtbild verändert sich dadurch jedoch kaum. 94 Prozent lehnen die Aussage ab, Oldtimer gehörten auf den Schrottplatz. Fast 89 Prozent sehen historische Fahrzeuge nicht als Behinderung für den Straßenverkehr. Und obwohl rund 31 Prozent der Aussage zustimmen, Oldtimer würden die Umwelt belasten, widersprechen fast 69 Prozent dieser Einschätzung. Die Botschaft ist eindeutig: Einzelne kritische Argumente existieren, sie prägen aber nicht die grundsätzliche Haltung der österreichischen Bevölkerung. 

Ein exklusives Hobby – mit erstaunlich großer Anziehungskraft

Dass Oldtimer nicht für jedes Budget geeignet sind, wird von der Bevölkerung sehr realistisch eingeschätzt. Mehr als 90 Prozent stimmen zu, dass sich nicht jeder dieses Hobby leisten kann. Gleichzeitig zeigt sich ein bemerkenswerter Widerspruch im besten Sinne: Das Hobby mag exklusiv sein – das Interesse daran ist es keineswegs. Rund 60 Prozent interessieren sich grundsätzlich für Oldtimer. Etwa 57 Prozent können sich sogar vorstellen, selbst einmal einen historischen Wagen zu besitzen. Das Interesse reicht damit weit über die Gruppe der tatsächlichen Besitzerinnen und Besitzer hinaus. Die Oldtimerwelt hat ein Publikum, das größer ist als ihre aktive Szene. 

Die Überraschung: Junge Menschen entdecken den Oldtimer Besonders spannend wird die Studie beim Blick auf die Altersgruppen. Die verbreitete Vorstellung, Oldtimer seien vor allem ein Thema für ältere Generationen, wird durch die aktuellen Ergebnisse deutlich relativiert. Im Gegenteil: Gerade die 18- bis 30-Jährigen zeigen eine ausgesprochen positive Einstellung. 68 Prozent dieser Altersgruppe sagen, dass sie selbst einmal einen Oldtimer besitzen möchten. Das ist der höchste Wert aller Altersgruppen. Rund 61 Prozent interessieren sich für historische Fahrzeuge, ein Viertel sogar besonders stark. Auch der kulturelle Wert wird von den jungen Erwachsenen anerkannt: Knapp 90 Prozent sind der Meinung, dass Oldtimer als Kulturgut erhalten bleiben sollten. Eine klare Mehrheit unterstützt zudem ihre weitere Präsenz auf Österreichs Straßen. 

Das ist ein starkes Signal für die Zukunft. Denn offenbar spricht der Oldtimer junge Menschen nicht nur über Nostalgie an – schließlich können sie sich an viele der Fahrzeuge ihrer Kindheit gar nicht aus eigener Erfahrung erinnern. Vielmehr stehen für diese Generation andere Werte im Vordergrund: Individualität, Authentizität, handwerkliche Qualität, Technik und die Bewahrung eines Stücks Kulturgeschichte. In einer zunehmend standardisierten und digitalisierten Mobilitätswelt kann gerade das Analoge, Mechanische und Unverwechselbare eine besondere Faszination entfalten. 

Eine stabile Liebe über fast ein Jahrzehnt

Besonders aussagekräftig wird die aktuelle Untersuchung im Vergleich mit den früheren Erhebungen. Die Zeitreihe von 2017 bis 2026 zeigt ein bemerkenswert stabiles Meinungsbild. Die hohe Sympathie gegenüber Oldtimern, der Wunsch nach ihrer Präsenz im Straßenbild, ihre Wahrnehmung als Kulturgut und die Anerkennung ihres Beitrags zum Erhalt traditionellen Handwerks bleiben über die Jahre hinweg auf hohem Niveau. Auch das Interesse am Thema und der Wunsch nach einem eigenen Oldtimer liegen 2026 wieder leicht über dem Niveau der Erhebung von 2022. 

Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis der gesamten Untersuchung: Die Begeisterung für historische Fahrzeuge ist keine Momentaufnahme. Sie hat Bestand. Oldtimer verbinden Generationen Interessant sind auch die Unterschiede zwischen den Generationen. Während Männer etwas häufiger Interesse an Oldtimern zeigen und öfter den Wunsch nach einem eigenen Fahrzeug äußern, ist das Grundbild insgesamt ausgesprochen homogen. Menschen über 60 verbinden Oldtimer besonders häufig mit persönlichen Erinnerungen und unterstützen ihren Erhalt überdurchschnittlich stark. Die jüngere Generation wiederum zeigt eine besonders hohe Besitzabsicht. 

Damit entsteht ein schönes Bild: Die einen bewahren die Erinnerungen, die anderen entdecken die Faszination neu. Und genau darin liegt möglicherweise eine der größten Stärken der Oldtimerkultur. Sie muss nicht bei einer Generation stehen bleiben. Ein Fahrzeug kann Familiengeschichte erzählen, Kindheitserinnerungen wecken – und gleichzeitig bei einem jungen Menschen erstmals die Leidenschaft für historische Technik entfachen. 

Österreich sagt Ja zum Oldtimer

Die Ergebnisse der aktuellen Befragung lassen sich letztlich auf eine einfache Formel bringen: Österreich mag seine Oldtimer. 

Besonders erfreulich ist dabei der Blick nach vorne. Die hohe Zustimmung der jungen Erwachsenen zeigt, dass die Oldtimerkultur keineswegs ein Auslaufmodell ist. Im Gegenteil: Eine neue Generation entdeckt den Reiz historischer Fahrzeuge – vielleicht gerade weil sie in einer Welt lebt, in der vieles immer schneller, digitaler und austauschbarer wird. Der Oldtimer bietet das Gegenteil: Charakter statt Gleichförmigkeit, Mechanik zum Anfassen, Geschichte zum Erleben und Individualität auf vier Rädern. 

Die aktuelle Studie bestätigt damit eindrucksvoll, was sich bereits 2017 und 2022 gezeigt hat: Die Sympathie für Oldtimer ist in Österreich außergewöhnlich hoch – und sie bleibt es. Mehr noch: Das Interesse reicht weit über die klassische Szene hinaus und findet zunehmend auch bei der nächsten Generation Anklang. Der Oldtimer ist damit nicht nur ein Blick zurück. Er ist auch ein Stück Zukunft der automobilen Kultur. 

Grundlage: Österreichweite Online-Repräsentativbefragung im April-Juli 2026, 401 Personen ab 18 Jahren. Die Befragung umfasst repräsentativ für Österreich unterschiedliche Altersgruppen, Geschlechter und alle österreichischen Bundesländer.(c) Christian Schamburek