Oldtimer umbauen – Was ist erlaubt?

von Medianet Admin… 21/05/2019
Szenethema
Oldtimer umbauen – Was ist erlaubt?

Für viele ist es ein heikles Thema: Umbauten an Oldtimern. Die gut erhaltenen Fahrzeuge sind für Fans nämlich alles andere als nur ein fahrbarer Untersatz. Sie sind ein Zeichen für den technischen Fortschritt und unsere Geschichte. Hinzu kommt noch, dass Oldtimer-Modelle nur noch in begrenzten Auflagen vorhanden sind und deshalb möglichst in klassischer Form erhalten bleiben sollen. Trotzdem gibt es viele Mechaniker und Tüftler, die kaum die Finger davon lassen können, dem alten Metall neues Leben einzuhauchen. Eine Diskussion, die Gemüter aufkochen lässt!

Veränderungen für die Sicherheit

Selbst bei diesem Thema werden einige laute Stimmen bekannt, doch wenn es um die Sicherheit der Fahrer geht, hat auch die Liebe zur alten Technik seine Grenzen. Einige Oldtimer sind serienmäßig z. B. ohne Sicherheitsgurte ausgestattet. Laut österreichischem Gesetz ist es aber erlaubt, Oldtimer ohne Anschnallpflicht zu fahren, wenn diese ohne Sicherheitsgurte ausgestattet sind. Wer einen Oldtimer auch "historisch" typisieren möchte und eine §57a Plakette "historisch" erhalten will, muss verschiedene Auflagen erfüllen. Die §57a Überprüfung ist dann nur mehr alle Jahre fällig, z.B. bei Servicestellen wie dem OEAMTC. Dazu zählt etwa das Erreichen der erlaubten Abgaswerte und das Funktionieren aller für die Straßenverkehrstauglichkeit notwendiger Baugruppen. Nur so kann der Oldtimer wie auch alle anderen Fahrzeuge im normalen Fahralltag eingesetzt werden.

Neue Technik

Wer seinen Oldtimer mit neuer Fahrtechnik ausstatten möchte, hat hier nur begrenzten Spielraum. Laut Regelwerk dürfen nur jene Veränderungen vorgenommen werden, die innerhalb der ersten zehn Jahre nach Erstzulassung des Fahrzeugs auf den Markt kamen. Wer also Änderungen an der Karosserie, dem Motor, der Farbe, den Reifen oder sogar den Bremsen vornehmen möchte, darf dabei nur auf Bestandteile zurückgreifen, die dem damaligen Stand der Technik entsprechen. Unter bestimmten Vorschriften dürfen jedoch neue Radios in das Fahrzeug eingebaut werden. Natürlich steht es jedem Besitzer frei, seinen Oldtimer individuell zu adjustieren, dabei kann jedoch oftmals der Oldtimer-Status in Deutschland und auch in Österreich verloren gehen, so Spiegel Online.

Mehr als nur ein Museumsstück

Viele Besitzer von Oldtimern wollen ihre klassischen Wagen für mehr als nur Oldtimer-Shows einsetzen. Tatsächlich werden in einigen Ländern bereits Oldtimer-Rennen abgehalten, wie die Vintage Race Days, bei denen jedes Jahr rare Vorkriegsrennwagen um die Wette düsen. Beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix treten echte, ehemalige Formel-1-Wagen bei einem spektakulären Rennen gegeneinander an. Zwar ist die Veranstaltung ein absoluter Liebhaber-Event, der mit dem Erfolg der Formel-1 nicht konkurrieren kann, trotzdem finden sich jedes Jahr wieder tausende Fans an der Rennstrecke des Nürburgrings. In Österreich halten sich die Oldtimer-Rennfahrer leider noch zurück. Trotzdem treffen sich die österreichischen Oldtimer-Fans jedes Jahr in Spielberg beim Ventilspiel. Hier macht auch die Formel-1 ihren jährlichen Stopp. Bereits 26 Mal wurde der Große Preis von Österreich vergeben und die spannenden Rennen erlangen internationale Aufmerksamkeit. Der Red Bull Ring fasst ganze 40.000 Besucher und viele mehr beobachten den Verlauf vor dem Bildschirm. Wie Mr Green berichtete war 2017 Mercedes der Favorit - und im Endeffekt auch der Sieger - der Konstruktionswertung. Damals war Nico Rossberg überraschend zurückgetreten. 2018 konnte sich Ferrari vor Mercedes platzieren. Dieses Jahr findet der Große Preis von Österreich am 30. Juni statt.

Für die meisten Oldtimer-Liebhaber ist der Erhalt der ursprünglichen Form und Funktion das oberste Gebot. Wer mit seinem Fahrzeug jedoch ein reguläres Kennzeichen erhalten möchte oder das Fahrzeug "historisch" typisieren will, muss gewisse Vorgaben erfüllen. Am Ende bleibt die Entscheidung immer dem Besitzer überlassen.